Vergleich zwischen Superzoom Tamron 18-270 Di II VC PZD und einem Canon 70-300 IS USM

Wer kennt es nicht: Man sieht ein tolles Motiv hat aber gerade die falsche Brennweite an der Kamera. Bis das Objektiv gewechselt ist, könnte das Motiv vielleicht schon weg sein. Oft läßt man den Wechsel dann gleich und muss auf das Foto verzichten.

Wie schön wäre doch ein tolles Superzoomobjektiv das alle Brennweiten beinhaltet, ganz ohne Objektivwechsel wäre man jeder Fotosituation gewachsen. Aber sind die Superzooms den wirklich brauchbar? Wenn man so in den Foren und Communities schaut, dann wird dort immer abgeraten. Das hat einen guten und logischen Grund, ein Objektiv so zu bauen das es für verschiedene Brennweiten beste Ergebnisse liefert ist nämlich nicht einfach, genau genommen eigentlich unmöglich.  

Aber wie groß ist der Unterschied wirklich, kann man das vielleicht noch tolerieren, ist es auf den ersten Blick überhaupt erkennbar?

Genau das wollte ich wissen und habe daher einmal das sehr beliebte und recht neue Superzoom Tamron 18-270 3,5-6,3 DI II VC PCD bestellt.

 

Im Vergleich mit einem Canon 70-300 IS USM

Als Vergleichskanditat habe ich ein Canon 70-300 IS USD gewählt, da die Käufer eines Superzooms oft vornehmlich an diesem hohen Brennweitenbereich interessiert sind und für den unteren Bereich meistens schon ein Standard-Objektiv besitzen.

Der Vergleich soll also bei der Entscheidung helfen, ob ein Besitzer eines Standardobjektives lieber ein Superzoom oder einen getrennten Brennweitenbereich kaufen sollte.

Wie immer werden werden jetzt von einigen Experten tausend Einwände kommen das man diese Unterschiedlichen Brennweiten nicht vergleichen könne. Diesen Einwand lasse ich aber nicht gelten, denn gerade der Unterschied zwischen diesen Objektivarten ist ja Ziel dieses Beitrages.

 

Vergleichsbedingungen

Um einen fairen Vergleich zu ermöglichen, wurden bei beiden Objektiven der Stabilisator abgeschaltet und alle Testaufnahmen mit Stativ und 15 Sekunden Zeitauslöser gemacht.

Es wurden einmal eine Fotoserie mit Offenblende und unterschiedlichen Brennweiten gemacht und einmal eine Serie mit Blende 8 und unterschiedlichen Brennweiten.

Da ich die Aufnahmen mit sehr hellem Hintergrund (Schnee) outdoor gemacht habe, musste ich den Belichtungswert bei allen Aufnahmen und Objektiven etwas nach oben korrigieren um das Hauptmotiv vernünftig zu belichten.

Als Hauptmotiv habe ich einen Holzstapel verwendet, wobei mittels Autofokus jeweils das untere Ende der hohen mittleren Latte fokusiert wurde.

 

Fotos mit dem Tamron aufgenommen

Um die Bilder in hoher Auflösung zu sehen, am besten direkt zu meinem Flickr-Account wechseln. 

Objektive_gross
Tamron_18-270_18,0 mmf_3,5
Tamron_18-270_18,0 mmf_8,0
Tamron_18-270_35,0 mmf_4,5
Tamron_18-270_35,0 mmf_8,0
Tamron_18-270_50,0 mmf_5,0
Tamron_18-270_54,0 mmf_8,0
Tamron_18-270_70,0 mmf_5,6
Tamron_18-270_70,0 mmf_8,0
Tamron_18-270_110,0 mmf_5,6
Tamron_18-270_110,0 mmf_8,0
Tamron_18-270_155,0 mmf_5,6
Tamron_18-270_155,0 mmf_8,0
Tamron_18-270_219,0 mmf_6,3
Tamron_18-270_219,0 mmf_8,0
Tamron_18-270_270,0 mmf_6,3
Tamron_18-270_270,0 mmf_8,0

Fotos mit dem Canon aufgenommen

Um die Bilder in hoher Auflösung zu sehen, am besten direkt zu meinem Flickr-Account wechseln. 

Objektive_gross
Canon_70-300_70,0 mmf_4,0 (5)
Canon_70-300_70,0 mmf_8,0 (7)
Canon_70-300_100,0 mmf_4,5
Canon_70-300_100,0 mmf_8,0
Canon_70-300_135,0 mmf_5,0
Canon_70-300_135,0 mmf_8,0
Canon_70-300_150,0 mmf_8,0
Canon_70-300_160,0 mmf_5,0
Canon_70-300_160,0 mmf_8,0
Canon_70-300_200,0 mmf_5,0
Canon_70-300_200,0 mmf_8,0
Canon_70-300_250,0 mmf_5,6
Canon_70-300_250,0 mmf_8,0
Canon_70-300_300,0 mmf_5,6
Canon_70-300_300,0 mmf_8,0

Mein Eindruck und meine Ergebnisse

Nachdem ich die Fotosserien gemacht habe, war ich doch überrascht wie gut sich das Tamron Superzoom im direkten Verlgeich geschlagen hat. Ich habe die Bilder mit der Photoshop Bridge im RAW_Format geladen und dann mit der Lupe in 100% Vergrößerung verglichen.

Dabei stelle ich ferst das in Bezug auf Schärfe sich beide Objektive kaum unterschieden. Nun ja es gab Bildstellen bei der mal das Conon abe rauch mal das Tamron die Nase vorne hatte, je nach Brennweite und Bildbereich. Aber im Schnitt waren doch beide Objektive auf gleichem Niveau was die Schärfe betrifft. Bei hoher Brennweite hatte vielleicht das Tamron öfters die Nase ein winziges bisschen weiter vorn dafür bei niedriger Brennweite das Canon, aber wirklich nur ganz minimal bis kaum sichtbar..

Was ins Auge viel der etwas dunklere Randbereich beim Tamron, besonders im unteren Brennweitenbereich (unter 150mm). Canon hat das Bild offenbar deutlich besser bis in den Rand ausgeleuchtet, was wohl auch der wesentlich größeren Bauart des Objektives zu verdanken ist.

Allerdings war dieser Umstand nicht so dramatisch als das es für mich ein KO-Kriterium wäre. Bei den meisten Motiven wird diese Randverdunklung garnicht oder kaum auffallen, beim Schnee natürlich schon.

Deutliche Unterschiede ergab sich bei den chromatischen Aberrationen (bunten Farbränder). In der Regel zeigten beiden Objektive diese Farbränder, je nach Brennweite und Blende immer etwas unterschiedlich stark. Im Schnitt kann man aber sagen das Tamron deutlich mehr bzw. stärkere chromatischen Aberrationen aufzeigt. Lediglich bei 70mm Brennweite zeigte das Canon deutlich stärkere Farbränder.

Mit Photoshop CS6 konnten sich die chromatischen Aberrationen beider Objektive sehr leicht und gut entfernen. Wer aber seine Bilder nicht nachbearbeiten möchte oder nicht über ein derartig gutes Grafikprogramm verfügt, für den könnten also die chromatischen Aberrationen durchaus ein Grund sein lieber kein Superzoom zu kaufen. 

Was die Verzerrungen an betrifft, so habe ich keine exakten Untersuchungen angestellt. Beide Objektive schienen hie rim Rahmen zu liegen, zumindest ist mir nichts ins Auge gefallen.

 

 

Chromatische Aberrationen bei 200mm Links Tamron / rechts Canon. Hier hat Canon auch Schärfevorteil, das ist nicht bei allen Brennweiten oder Bildbereichen so!
Chromatische Aberrationen bei 200mm Links Tamron / rechts Canon. Hier hat Canon auch Schärfevorteil, das ist nicht bei allen Brennweiten oder Bildbereichen so!

Merkwürdig

Was ich merkwürdig fand waren die Teils unterschiedlichen Ausschnitte die man bei angeblich gleicher Brennweite auf dem Foto sah. Ich entnahm die Brennweitenangaben aus den Metadaten die in der Bridge angezeigt werden. Eigentlich war ich immer davon ausgegangen das diese stimmen!  Aber warum zeigt das Tamron dann bei 270mm Brennweite einen wesentlich größeren Bildbereich als das Canon bei 250mm?  Hat da irgend jemand geschummelt? Vergleicht selbst die Fotos!

Tamron 270mm
Tamron 270mm
Canon 250mm
Canon 250mm

Fazit

Nun welches Fazit ihr aus meinem Vergleich zieht überlasse ich jedem selber. ihr könnt die Fotos bei Flickr in hoher Auflösung gerne selbst vergleichen und euch ein Urteil bilden.

Ich kann aber sagen das mir in Punkto Bildqualität das Tamron gegenüber dem Canon kaum schlechter erscheint. Wie das Tamron nun in dem unteren Brennweitenbereich gegenüber einem anderem Objektiv abschneidet, das müsste man noch untersuchen. Natürlich wird das Superzoom hier nicht mit Qualitätslinsen wie dem Tamron 27-70 VC mithalten können. Ein paar solche Vergleichsaufnahmen habe ich schon geschossen, da ist natürlich das Tamron 24-70 um Längen schärfer, aber das kostet ja auch das doppelte und da ist bei 70mm Ende!

Aber selbst wenn der Superzoom nur im oberen Brennweitenbereich glänzt, so erlaubt es sicherlich auch passable Fotos im unteren Bereich, diese könnte man nicht machen wenn man nur einen Brennweitenbereich dabei hat.

Also so ein Superzoom hat schon Vorteile und kann durchaus in vielen Bereichen auch mit anderen Objektiven mithalten.

Als Reiseobjektiv ist das Tamron in jedem Fall eine Empfehlung wert, schon wegen der geringen Größe und dem leichten Gewicht. Schade ist halt das es nicht noch eine oder zwei Blendenstufen lichtempfindlicher ist. 

Wie gut sich der Stabilisator im Alltag zeigt, das werde ich noch nachtragen wenn Erfahrungen vorliegen.

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